Eines der wichtigsten Anliegen der Neuländer war es, von Anfang an ihren Kindern und Jugendlichen eine gute Ausbildung bieten zu können.
Man geht hier davon aus, dass dieses die beste Anlage und Investition für die Mitglieder ist. Deshalb widmeten sich die Pioniere bei der Ansiedlung erst dem Bereich Bildung und Schule, bevor sie sich ihre festen Häuser bauten. D.h., dass sie auch vor fehlenden Räumlichkeiten nicht halt machten und den ersten Unterricht im Schatten der Bäume erteilten.
Heute hat die Ausbildung von der 1. bis zur 12. Klasse einen grundlegenden Stellenwert und der Unterricht ist bis zur 9. Klasse Pflicht. 27 Jahre nach der Gründung der Kolonie entschied man sich dafür, die Schulen zu zentralisieren. Die Vor- und Grundschule sowie das Colegio (7.-12. Klasse) befinden sich im Zentrum Neu-Halbstadt. Die Schulen besitzen moderne Klassenzimmer und ausgestattete Laborräume für den praktischen Unterricht und Projekte, die die Schulprogramme vorsehen.
Für den Transport der Kinder stehen Schulbusse zur Verfügung, die von der Gemeinschaft verwaltet werden. Die Unkosten im Schulwesen werden zu je 50% von den Beiträgen aller Mitglieder und den Eltern als Schulgeld bezahlt.
Um die Mitglieder zu unterstützen, die die Schule abgeschlossen haben und nun in Asunción oder auch im Ausland ein Universitätsstudium machen wollen, bietet die Kolonie ein Stipendium an. Im Moment nutzen ca. 50 junge Leute dieses Angebot.
Die Stipendiaten verpflichten sich, nach Beenden des Studiums auf ihrem Gebiet in Kolonieseinrichtungen zu arbeiten, andernfalls müssen sie das Stipendium zurückzahlen.
Bildung, die auch eine Ausbildung für das praktische Leben ist, war immer ein wichtiger Aspekt der mennonitischen Gemeinschaften. Um dem gerecht zu werden, wurde eine interkoloniale Schulbehörde eingerichtet. Daraus ist u.a. das Bildungszentrum für Ernährung und Hauswirtschaft mit freundlicher Unterstützung der Alfons-Goppel-Stiftung aus Deutschland errichtet worden, das sich in der Kolonie Neuland befindet.
Außerdem führen die Kolonien gemeinsam ein Institut für Lehrerbildung in der Kolonie Fernheim, wo die Studenten während drei Ausbildungsjahren für den Beruf als GrundschullehrerIn ausgebildet werden.
In der Kolonie Menno liegt die Berufsschule. Hier kann man eine Lehre in folgenden Bereichen abschließen: Land-, Vieh- oder Milchwirtschaft, Schreinerei, Mechanik und Buchführung. Außerdem kann man die Ausbildung zur/m SekretärIn und Verkehrspolizist machen.
Neuland legt viel Wert auf Gesang und Musik. So bestehen seit einigen Jahren ein bemerkenswertes Jugendstreichorchester, deren Integranten von internationalen Lehrern ausgebildet wurden. Das Repertoire des Streichorchesters beinhaltet klassische sowie auch neuere Musik. Ein sehr beliebtes Instrument ist außerdem das Klavier, das von mehreren Lehrern unterrichtet wird, und vor allem bei den sonntäglichen Gottesdiensten immer als Begleitung eingesetzt wird.
Die Musikschule kümmert sich um den Unterricht und die Prüfungen der Musikschüler, die Proben der Gruppen, und organisiert verschiedene Konzerte und Rezitale.
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